Unser BTW Special: Wie positionieren sich die Leser in der Kanzlerfrage? 

Wird Merkel nach 12 Jahren im Amt erneut überzeugen oder kann Newcomer Schulz der neue Kanzler werden?

Die Bundestagswahl steht an und Opinary fühlt Usern führender deutscher Online-Medien den Puls. Oder viel mehr: den Schulz-Puls. Gemeinsam mit unseren Medienpartnern wollen wir herausfinden, wie Deutschland im Superwahljahr tickt.

 

„Schulz vs. Merkel: Wer macht das Rennen?”

Über die letzten Wochen antworteten mehrere tausend Leser von verschiedenen Nachrichtenportalen auf diese Frage und geben uns Messwerte zum politischen Puls Deutschlands: wer stimmt für wen und was?

Insgesamt acht Online-Nachrichtendienste,  (Bild, Focus, Welt, T-online, Spiegel Online, FAZ, Express und RP Online) haben den Schulz-Puls integriert und animierten 390.447 User (Stand: 10. Juli ’17) dazu, ihre Stimme abzugeben.

Was denken Sie?

Unsere Insights:

Nach anfänglichen Erfolgen scheint die Zuversicht für Schulz abgeflaut zu sein. Von über 390.000 Usern sahen diese Woche nur noch rund 20 % eine reale Chance für Schulz, womit sich die Prognose für Schulz weiter verschlechterte im Vergleich zur letzten Woche.

 

 

 

 

 

 

 

Ebenfalls Schulz’ Werbung für die Ehe für Alle scheint ihre große Wirkung verfehlt zu haben – zumindest deuten die Trendwerte nicht darauf hin, dass er damit unentschlossene oder CDU-nahe Wähler dazugewinnen konnte. Rund 65 % der Schulz-Promoter befürworten die Ehe für Alle, dagegen sprechen sich nur 37 % der Merkel-Anhänger für die eheliche Gleichstellung aus.

 

 

 

 

 

 

G-20: Wer denkt hier was?

Nach der Ehe für alle bestimmte G20 die deutschen Medien. War der Gipfel trotz allem ein Erfolg? Die beiden Lager waren sich hier einig. Sowohl Schulz- als auch Merkel-Anhänger stimmten mehrheitlich, dass die Ergebnisse enttäuschend wären und den Aufwand nicht rechtfertigen würden.   

Auf die Proteste reagierten die Gruppen hingegen unterschiedlicher. Schulz-Anhänger zeigten mehr Verständnis für die Demonstrationen: Eine Mehrheit plädiert dafür, dass friedliche Proteste wichtig wären. Jeder zweite Merkel-Anhänger stimmte jedoch gegen die Proteste: Diese wären unnötig und würden nichts bewirken können.

 

Welchen Einfluss haben die veröffentlichten Wahlprogramme?

Die Reaktionen auf die Kanzlerfrage spiegeln sich nicht direkt in den Meinungstrends zu den Wahlprogrammen der SPD und der Union wieder. Nur etwa 30 % sind von dem Programm der Union überzeugt, und auch das Programm der SPD schafft es nur rund 25 % der User für sich zu gewinnen.  

Diese scheinbar geringe Überzeugungskraft der Wahlprogramme erklärt vielleicht auch, warum selbst unter SPD-Befürwortern die Zuversicht zu Schulz eher niedrig ist:

Fast ein Drittel der User, die das SPD Wahlprogramm besser bewerteten als das der CDU, stimmten trotzdem für einen Sieg von Merkel in der kommenden Wahl.

Bei anderen politischen Fragen scheinen sich die Wähler einiger zu sein. Sowohl die Verfechter von Schulz als auch die von Merkel halten den Einzug von der AfD in den Bundestag für wahrscheinlich: In beiden Lagern gehen über 70 % davon aus, dass die AfD „locker in den Bundestag einziehen wird“. Ein ähnliches Bild gibt die Umfrage zu einer möglichen Koalition zwischen FDP und SPD wieder: beide Gruppen ähneln sich in ihren Ansichten. Jeweils nur 30-40 % der Wähler halten eine derartige Koalition für sinnvoll. 

Die FPD bietet jedoch auch Grundlage für Meinungsunterschiede. So denkt nur die knappe Mehrheit der Schulz-Anhänger, dass die FDP wieder in den Bundestag einziehen wird. Merkel-Anhänger sind da positiver gestimmt: Fast 80 % rechnen damit, dass die FDP “locker über die 5 % kommen wird”.

Um es kurz zu machen: Alles ist offen und nix entschieden.