Unser erstes #OpinHouse zum Thema: Digitale Kommunikation im Superwahljahr

Dieses Wochenende fand in Hamburg der G20-Gipfel statt. Fritz Kola startete dazu eine groß angelegte Kampagne, die sich klar gegen den G20-Gipfel in Hamburg positioniert und die Menschen auffordert, ihre Meinung im Social Web unter dem Hashtag #menschwachauf zu äußern. Immer mehr Unternehmen beziehen Stellung zu politischen Themen. Doch wo liegen die Chancen und wo die Risiken?

Am vergangenen Donnerstag öffneten wir die Türen unseres Berliner Büros und luden zu einem spannenden Lightning Talk mit anschließender Panel Diskussion über das Thema „Digitale Kommunikation im Superwahljahr 2017 – proaktiv oder passiv?“ ein.

Unser CEO Cornelius Frey leitete das Event mit einem kleinen Überblick über Opinary ein, bevor Dirk Benninghoff, Chefredakteur bei fischerAppelt, in seinem interessanten Lightning Talk schnell in die Tiefe ging.

Benninghoff plädierte für eine klare Positionierung der Unternehmen bei Themen wie Vielfalt, Toleranz, Offenheit oder Klimaerwärmung. Dabei sei gerade der Brexit ein gutes Beispiel für die verpasste Haltung vieler Unternehmen gewesen. Wirtschaftliche sowie moralische Faktoren sollten Unternehmen antreiben, Position zu beziehen.

Damit lieferte er den Grundstoff für das von unserer Gründerin Pia Frey moderierte Panel, dem sich Juliane Leopold, Digitalberaterin und ehem. Chefredakteurin von Buzzfeed Deutschland, Kathrin Witsch, Politikredakteurin beim Handelsblatt, und Jörn Paterak, Leiter des Newsrooms beim GDV, anschlossen.

Auf, dass Meinungspositionierung auch negative Folgen haben kann, wies Juliane Leopold hin. „Wir haben es nicht mit einer homogenen Masse zu tun“. Parteien wie die AfD, wüssten genau, wie sie sich im Social Web positionieren können. Andere Parteien seien da vorsichtiger. „Sie haben Angst davor, ihr Statement auf ein Bild oder 140 Zeichen zu kürzen und Aussagekraft zu verlieren.“ Einen unserer Gäste hatte Juliane Leopold schon mal auf ihrer Seite.

Kathrin Kloppe twitterte:

Jörn Paterak sieht die Positionierung von Unternehmen etwas pragmatischer. Er nutzt politische Ereignisse wie den G20-Gipfel um „Stimmung für unseren FB Kanal zu machen“. Für den Leiter des Newsrooms der Deutschen Versicherungswirtschaft ist es allerdings wichtig, dass die Authentizität gewahrt wird. Sich für eine politische Diskussion wie die Riester Rente zu positionieren, ist für ihn selbstverständlich.

Bei diesem Punkt kann Kathrin Witsch nur zustimmen. „Wenn Bosch sich für die Ehe für alle äußern würde, fragt man sich wieso.“

Würden sich Unternehmen nicht äußern, fehle ihnen zwar die Aufmerksamkeit, aber es würde nicht negativ auf sie zurückfallen. Barilla dagegen, habe sich mit dem Statement ihres Chefs, welches sich gegen Homosexualität richtete, eher ins Bein geschossen.

Im Anschluss an die mitreißende Debatte positionierten sich die Panel-Teilnehmer und unsere Gäste auf unserem Meinungstacho. Dabei stimmten 59% für eine aktive Haltung und nur 22% dafür, dass Unternehmen ihre politische Neutralität wahren sollten.

Anschließend luden das gute Wetter, kaltes Bier, Softdrinks und kleine Köstlichkeiten dazu ein, sich auf den Treppen vor unserem Büro auszutauschen und weiter über die Eindrücke des Abends zu diskutieren.

Vielen Dank an unsere Gäste! Wir hatten einen wunderschönen Abend und freuen uns auf das nächste Event mit euch!

 Wer das Event verpasst hat, kann die Diskussion bei Twitter verfolgen: #OpinHouse