Hast du dich das schon mal gefragt: Unsere 20er – roaring or boring?

Unter dieser Frage stand der Deutsche Medienkongress in Frankfurt letzte Woche. Ich finde es nicht wichtig, das Jahrzehnt zu beurteilen bevor es so richtig angefangen hat, aber dafür waren die Themen und Learnings beim #DMK20 ziemlich wichtig! Denn sowohl Medienvertreter und Entscheider in Unternehmen scheinen eine große “höhere” Aufgabe in den 20er zu bekommen, die da lautet gesellschaftliche und politische Verantwortung. Hier unsere Learnings, die dafür sprechen:

  1. CMOs haben viel vor, mehr als bunte Bildchen und Schubladendenken! „Es geht nicht nur um schöne bunte Bildchen. Nein, denn wir CMOs sollten mehr einfordern – die 5 Ps bedeuten dass Marken Haltung zeigen und sich über ihre Ecken und Kanten positionieren. Dazu müssen wir uns wieder besinnen.“ sagt Anja Stolz CMO der R+V Versicherung beim CMO Talk. Auch Caroline Lippe, Head of Marketing Philips Market DACH, weist auf ihren Inside-Out/Outside In Approach bei Philips hin, indem sie sagt „Produkt ohne Marke geht nicht und Marke ohne Produkt auch nicht.” Man müsse kurz- sowie langfristig denken, und verabschiedet damit das Schwarz-Weiß Denken zur Frage “Performance oder Branding”. Cathrin Duppel, Marketing Director, Rötkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH wird weiterhin auf emotionale Geschichten für die persönliche Ansprache des einzelnen Sekt-Liebhabern erzählen, welches wiederum auf das Thema „Augenhöhe im Marketing“ (Anja Stolz)  für den einzelnen Konsumenten einspielt. Alles in allem eine risikofreudige und anspruchsvolle Aufgabe, der sich unsere CMOs der 20er stellen müssen – und dürfen.
  2. Purpose ist kein nettes Buzzword sondern ein riesen Kraftakt! Helmut Lind, Vorstandsvorsitzender, Sparda-Bank München hat in seinem Vortragsstil viel Persönlichkeit beweisen. Er zeigte sich verletzlich wenn er sagt “Ich meditiere seit 10 Jahren und dachte mein gesamtes Unternehmen würde sich einfach hinter unseren Purpose Gemeinwohl stellen. Doch das war naiv!” Herr Lind behält seine Willenskraft bei sagte uns auch ganz klar wieso: „Ein Unternehmen, das wächst ohne dass das Gemeinwohl steigt, ist wie ein Krebsgeschwür in der Wirtschaft. Heute ist die Gier wichtiger als die Tugend, so nehme ich es wahr“. Seine Maßnahme: Die Sparda-Bank auditiert nun ihre Gemeindewohl. Auch Jan Pechmann, Geschäftsführer, diffferent GmbH rät seinen Kunden “Purpose zu haben ist eine aktive Entscheidung, Purpose fällt nicht vom Himmel.”
  3. Online Bashing ist out! Wer kann es stoppen? Wir alle wissen, mit oder ohne Konjunktureinbruch steigen die Online-Werbeausgaben immer weiter an. Und trotzdem hassen alle User Online-Werbung. Genauso wenig unterhaltsam war die Konfrontation von Uwe Storch, Vorsitzende der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM), der hart mit Facebook, Google und Taboola zu Cookie Targeting, Data Privacy und Fake News ins Gericht ging. Zurecht, das ist keine Frage, da war sich auch das Publikum einig als bspw. argumentiert wurde, dass „Facebook noch jung sei und dazulernen müsse“. Argument abgelehnt. Erst ganz am Ende verständigte man sich auf eine kurzes „Lasst uns beide eigenverantwortlich zeigen“. Genau dazu und wie die großen Plattformen Online-Werbung in den 20er aufleben lassen wollen, und nicht zum CPA von 2 EUR, hätten wir gerne mehr gehört!

Erfreulich war zudem, dass von Themen wie Frauenquote, Libra und Meghxit abgelassen wurde. Denn nicht der Hype entscheidet, sondern die langfristige Willenskraft, was Maßstab in den 20ern wird. Ja, diese drei Themen “weniger Schublade, mehr Purpose und endlich Onlinewerbe-Akzeptanz” klingen nach Arbeit! 

Aber nun wissen wir auch, wie Barbara Schöneberger über diese Arbeit denken würde. „5 Tage die Woche zu arbeiten macht mir einfach Spaß und es ist kein Burnout in Sicht“. Ähnlich furchtlos zeigt sich Rezo „Ich mache hauptberuflich Quatsch auf verschiedenen Channels wie die ‘Kiss, Marry, Kill Challenge’. Fuck darf ich nicht mehr sagen – da sortiert mich der Algorithmus aus.“ Wirklichen Ärger? Kennt er nicht und wird jetzt Unternehmer. Die Alter Oper hat vor Lachen getobt, fast so laut wie bei Barbara Schöneberger, die den Preis zur Medienfrau des Jahres gewonnen hat. Wohlverdient, denn als Erfolgsrezept nennt sie ganz unprätentiös „gute Partnerwahl“. An dieser Stelle vielen Dank an die Horizont, die an diesem festlichen Award Abend so mutig auf das Thema Unterhaltung gesetzt hat!

Maike RöderClient Partner