Ulrike Simon:
Was macht guten Medienjournalismus aus?

Ulrike Simonist eine Kennerin der Medienlandschaft. Im OMR-Media-Podcast mit Pia Frey hat sie darüber gesprochen, was guten Medienjournalismus ausmacht, wie sich die Branche in den letzten Jahrzehnten verändert hat und vor welchen Herausforderungen sie nun steht.

Die ganze Folge gibt es auf Spotifyund Apple Podcasts.

Ulrike Simon ist freie Medienjournalistin und schreibt für Horizont. Zuvor war sie Ressortleiterin beim “Kontakter” und schrieb unter anderem für den Tagesspiegel und Spiegel Online.

In Kürze: Entscheidend für gute Medienberichterstattung ist ein starkes Netzwerk und ehrliche Leidenschaft. Ulrike Simon brennt für ihren Beruf. Sie ist Medienjournalistin mit Leib und Seele und genau das ist es, was ihrer Meinung nach, guten Medienjournalismus ausmacht: Leidenschaft für die Sache. Entscheidend in ihrem Beruf ist für sie, mit den Menschen der Branche im Gespräch zu sein. Sie hat sich über die Jahre ein dichtes Netzwerk an Kontakten aufgebaut. Dass Ulrike Simon aufrichtige Sympathien für die Entscheider und Menschen in Verlagshäusern hat – auch für die sperrigen Typen – macht ihr die Arbeit leichter.

Warum ist Ulrike Simon Medienjournalistin geworden?

Journalistin zu werden war nie Simons Traum. Die Medienwelt war ihr zu Beginn sehr fremd. Nach drei Monaten als Volontärin bei “Text intern” wollte sie keinen Zeitungskiosk mehr betreten. Ihre Leidenschaft wurde erst geweckt,als sie persönliche Kontakte mit Medienvertretern knüpfte – mit Menschen wie BILD-Chefredakteur Claus Larass. Deren Feuer für den Journalismus steckte sie an – daran hat sich bis heute nichts geändert.

Das Mediengeschäft – Kultur- oder Wirtschaftsgut?

Die Medienlandschaft und die Menschen, die in ihr tätig sind, haben sich in Ulrike Simons Beobachtung sehr verändert: Der Journalismus sei früher inhaltsgetriebener gewesen. Die Menschen in der Branche hätten  mehr Ecken und Kanten gehabt, heute seien sie, genau wie die Verlagshäuser selbst, immer mehr auf Effizienz getrieben und damit austauschbarer geworden. Redakteure seien heute ängstlicher, depressiver und angepasster als früher. Grund dafür sei die wachsende Herausforderung, funktionierende Geschäftsmodelle für digitalen Journalismus zu finden. Die Finanzierbarkeit journalistischer Arbeit ist auch für Simon zum zentralen Thema geworden – aber nicht um jeden Preis. Klare Trennung zwischen Werbung und Journalismus hält Simon für unverhandelbar. Grundsätzlich sieht Simon aber optimistisch in die Zukunft, auch wenn die Finanzierung der Branche eine große Herausforderung darstellt. Wichtig sei, auch in diversifizierten Geschäftsmodellen, bei den Lesern ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass digitaler Journalismus bezahlt werden muss.

Allianzen: Ja, Nein, Vielleicht?

Vermarktungsallianzen zwischen Verlagen findet Simon eine positive Entwicklung. Contentallianzen spüre man im Gegensatz schnell an, wenn sie reine Kostensparmaßnahmen seien. Die Einrichtung von Zentralredaktionen könne  sinnvoll sein, wenn Journalismus dadurch effizienter werde und sich Lokalredaktionen auf ihre lokale Kernkompetenz  fokussieren können

Tonka RadischNewsroom Partnerships